Wildbienen

Ein "Hotel" für Wildbienen und Wespen

In vielen Ferienpass-Aktionen oder mit der eigenen Kindergruppe hat die Ortsgruppe Pfaffenhofen-Hettenshausen-Ilmmünster und auch auch die Ortsgruppe Wolnzach-Rohrbach mit den Kindern Wildbienenhotels gebaut. Die Bauplätze stellte uns die Stadt, die Gemeinde oder Vereine zur Verfügung. Den Holzrahmen mit Dach für das erste Wildbienenhotel baute unser damaliger "Zivi" Roland Reil. Später übernahm diese Arbeit unser BN-Urgestein Ludwig Heinl. Und dann waren die Kinder an der Reihe: Zuerst wurden aus hohlen Pflanzenstängeln mit verschiedenem Durchmesser Nistbündel geschnürt oder in Blechdosen gesteckt und die verschiedensten Hart-Holzklötze (es muss Hartholz sein, sonst verharzen die Löcher!) angebohrt mit verschiedenen Bohrergrößen, 6, 8 und 10 mm. Diese Nistmöglichkeiten wurden ins obere Stockwerk des "Hotels" gehängt oder gelegt. Auch Loch-Ziegelsteine kamen zum Einsatz als Kinderstube für die Wildbienen. Dann ging es ans Flechten: Das untere Stockwerk des "Hotels" bekam ein dichtes Flechtwerk aus Weidenruten. Dann wurde das Lehm-Stroh-Gemisch angesetzt. Dieses, und das war der größte Spaß, matschten die Kinder mit Feuereifer in das Weidenflechtwerk, so dass eine geschlossene Lehmwand von ca. 15 cm Dicke entstand und mit den Fingern Löcher hinein gebohrt werden konnten. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten - einige Mörtelbienen sind schon eingezogen. Übrigens kann fast jeder den Wildbienen und Wespen helfen.

Beispiele für Wildbienenhotels

Info zu Wildbienen und Wespen

Sie heißen Mörtelbiene, Sandbiene, Blattschneiderbiene, Töpfergrabwespe oder Mauer-Lehmwespe. Sie sind wichtige Bestäuber und Schädlingsvertilger. Und sie werden oft zu unrecht verfolgt oder ihre Lebensräume verschwinden. Im Gegensatz zu Honigbienen, Hornissen und einigen Wespenarten - darunter auch die, die gerne Kuchen naschen - bilden die oben genannten Arten keine Staaten mit einer Königin und vielen Arbeiterinnen. Diese Bienen- und Wespenarten machen alles alleine, d.h. die Weibchen legen im Frühjahr Brutkammern an, die jeweils mit einem Ei und der entsprechenden Larvennahrung bestückt und dann z.B. mit Lehm verschlossen werden. Die Larvennahrung besteht bei den Bienen meist aus Nektar und Pollen, bei den Wespen z.B. aus Spinnen, Käfern, Fliegen oder Kleinschmetterlingen. Die Larven fressen den eingebrachten Vorrat auf, verpuppen sich und schlüpfen im gleichen Jahr oder sie überwintern als Puppe und schlüpfen im nächsten Frühjahr. Die Brutkammern werden je nach Art entweder in Hohlräumen, wie z.B. hohlen Stängeln, Gängen im Holz, leeren Schneckenhäusern, angelegt, oder in horizontale Sandflächen, sowie in vertikale, Fels-, Löß-, oder Lehmwände gegraben.

Zwei Bedingungen brauchen Wildbienen und Wespen also, um sich anzusiedeln: Ein vielseitiges Angebot an blühenden Pflanzen (damit verbunden ein großes Angebot an Insekten und Spinnen) und die richtigen Nistmöglichkeiten, die gut besonnt sein müssen. Jeder Garten- und auch Balkonbesitzer kann mit einfachen Mitteln Nistgelegenheiten schaffen (uch über unseren Bundesverband kann man Wildbienenhotels bestellen https://www.bundladen.de/shop/tierschutz/insekten

Zum einen hilft er damit diesen Tieren, deren Lebensräume oft schwinden. Zum andern gibt es im Frühjahr viele interessante Beobachtungsmöglichkeiten. Wer einmal Blattschneiderbienen beim Schneiden von Blättern und dem Eintragen dieses Nistmaterials in Bohrgänge eines Holzklotzes beobachtet hat, wird von den interessanten Tieren fasziniert sein. Ist ein hohler Stängel zugemauert, so befinden sich darin Brutkammern z.B. der Mauerbiene. Im folgenden Sommer, nachdem die Tiere geschlüpft sind, kann man diesen Stengel vorsichtig der Länge nach aufbrechen. Dann sieht man die hintereinander liegenden Brutkammern, die jeweils durch eine schmale Lehmwand getrennt sind. Die Kammern der Männchen liegen vorne, denn sie schlüpfen zuerst. Dahinter liegen die Kammern der Weibchen, die sich also beim Schlüpfen durch die leeren Kammern der Männchen hindurch arbeiten müssen. Übrigens können die meisten Arten den Menschen nicht stechen, oder sie sind so friedlich, dass ein Zusammenleben völlig gefahrlos ist.

Standorte im Landkreis Pfaffenhofen

Ilmmünster       

  •     in Herrenrast 

Pfaffenhofen      

  •    an der Niederscheyerer Schule beim Biotop
  •    im Schindelhauser Forst nähe Kuglhof
  •    im Stadtwald an der Königsberger Straße nahe der Fußgängerbrücke über die Umgehungsstraße
  •    am Lehrbienenstand der Imker am Trabrennbahnparkplatz

Wolnzach      

  • am Bauwagen der Ortsgruppe Wolnzach-Rohrbach auf dem Schöllacker