Megaställe

Neuer Anlauf für Megastall in Wolnzach Ortsteil Eschelbach.

Bericht in intv

 Das Aufrüsten der Geflügelmäster hält an, lesen sie den Beitrag der Süddeutschen Zeitung:

Gnadenloses Wettrüsten im Hühnerstall

Die Kreisgruppe ist Aktiv bei der Demo "Mia hams satt" in München.

Offener Brief an Landwirtschaftsminister Brunner

Sehr geehrter Herr Landwirtschaftsminister  Helmut Brunner!

Im Dorf Eschelbach bei Wolnzach soll eine bestehende Hühnermastanlage von derzeit 55 000 Tieren auf zukünftig

144 600 Hühnchen

erweitert werden. Es gibt viele Einwendungen seitens des Bundes Naturschutz, der Bevölkerung des Dorfes und des Marktes Wolnzach. Herrn Landrat Wolf wurden Listen mit weit über tausend Unterschriften gegen diese Art der Intensivhaltung übergeben.

Uns ist klar, dass Sie als Minister in das laufende Planfeststellungsverfahren nicht eingreifen können. Jedoch bitten wir Sie, in Ihrer Partei, der CSU und beim Bayerischen Bauernverband Ihren erheblichen Einfluss gegen diese Art der Haltung geltend zu machen.

 

Diese Haltung steht nicht im Einklang mit § 2 des Tierschutzgesetzes. Sie ist nicht artgerecht. Die Hühnchen haben keinen Auslauf ins Freie, lernen nicht von den Glucken, können nicht in der Erde nach Insekten und Würmern suchen, im Sand baden, auf Stangen auffliegen und dort schlafen. Die Bildung einer Rangordnung ist bei der großen Anzahl nicht möglich. Schwache Tiere können sich nicht verstecken und werden häufig kannibalisiert. Das Mastfutter besteht zu einem erheblichen Anteil aus importiertem amerikanischem Soja, ist also ebenfalls nicht artgemäß. Es fehlt das beim Scharren zu findende tierische Eiweiß.

Eschelbach mit seinen etwa 200 Einwohnern ist gespalten. Ein Teil der Bürger profitiert von der Hühnerindustrie, ein anderer Teil leidet unter ihren Folgen. Der antragstellende Landwirt betreibt ergänzend eine sehr große Biogasanlage. Beide Betriebe ziehen einen LKW- und Traktorenverkehr nach sich, für den die Infrastruktur nicht geschaffen ist. Das Dorf endet verkehrsmässig in einer Sackstraße, an deren Ende der neue Stall gebaut werden soll. Die Bürger leiden also unter Lärm, Verkehrsgefahren und Geruchsbelästigung.

Herr Minister Brunner, es ist Ihnen sicher bekannt, dass seit Sonntag der Good FoodMarch Richtung Brüssel unterwegs ist. Es geht auch hier um Ökologisierung der Landwirtschaft und gegen industrielle Tierhaltung. Über 50 Verbände, darunter der Bund Naturschutz beteiligen sich daran.

Noch einmal bitten wir Sie, sich mit einem überwiegenden Anteil der Bevölkerung für eine regional ausgerichtete, das Tierwohl achtende Landwirtschaft ohne Agrarexporte, die der Landwirtschaft in den Südländern schaden, einzusetzen.  

Der Bund Naturschutz Pfaffenhofen möchte Ihnen dieses Anliegen gerne persönlich vortragen und bittet um einen Termin für den Meinungsaustausch.

Mit freundlichen Grüßen

Christine Janicher-Buska, 2. Vorsitzende

 

"Hürde für Megaställe" aus der Zeitschrift "Schrot & Korn" vom April 2012