Strahlenbelastung

Autor: Alex Ties
Lizenz: CC BY-SA 4.0

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https://www.bund-naturschutz.de/mobilfunk.html



Handystrahlung – So schützen Sie ihre Kinder


Sobald Weihnachten oder Geburtstage näher rücken, überlegen viele Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten, was sie den Kindern in der Familie schenken sollen. Eine eher fragwürdige Geschenkwahl sind Geräte, die mit Funk arbeiten wie Mobiltelefone/Smartphones oder WLAN-Spielekonsolen.


Schon für die Kleinsten gibt es ein wachsendes Angebot von „I-Toys“ – Rasseln, Töpfchen oder Plüschtiere mit integrierten Smartphones und interaktiven Märchen-Apps. Geworben wird nicht nur für digitale Klassenzimmer (mit Smartboards und Tablet-PCs), sondern bereits sogar für digitale Kindergärten. Kultusministerien unterstützen diese „Revolution der praktischen Bildungsarbeit“ tatkräftig mit Broschüren. Der Neurologe Manfred Spitzer belegt aber mit Erkenntnissen der Hirnforschung: Statt der erhofften Lernerfolge tritt eher das Gegenteil ein. „Wenn es überhaupt einen Effekt gibt, dann ist dieser negativ. Wer gerade erst dabei ist, sich die Welt anzueignen, sollte sich unbedingt der realen Welt zuwenden.“ Verlieren Naturerlebnisse in einer zunehmend digitalisierten Umwelt ihre Attraktivität für Kinder? Werden Vogelstimmen bald nur noch über Apps und Klingeltöne zu hören sein? Haben Kinder die Wahl, virtuelle Abenteuer in virtuellen Spielwelten mit virtuellen Freunden zu erleben, oder gemeinsam auf Bäume zu klettern, entscheiden sie sich in aller Regel für das Original.


Medienkonsum überdenken


Kinder sollten, so oft es geht, die Möglichkeit erhalten, sich zu bewegen und draußen in der Natur zu spielen. Dies – und nicht der Bildschirm – fördert ihre körperliche, geistige und seelische Entwicklung und damit ihre Persönlichkeit.
Das für die kindliche Entwicklung so wichtige „Erleben mit allen Sinnen“ unter dem Motto "Raus in die Natur!" verdient hier besondere Unterstützung.


Gesundheitsrisiken für Kinder durch Handystrahlung


Kinder befinden sich im Wachstum und sind damit empfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen als Erwachsene. So sind ihre Köpfe kleiner und die Schädelknochen dünner und weicher, vor allem befindet sich ihr Gehirn noch in der Entwicklung und ist deswegen empfindlicher. Dies sind alles wichtige Gründe für die Notwendigkeit von Strahlenschutz für Kinder. Bisher wird in der Diskussion auch nicht beachtet, dass die gesetzlichen Grenzwerte lediglich für fest installierte Mobilfunkanlagen, nicht aber für bewegliche Endgeräte wie z.B. Handys oder Schnurlostelefone gelten, noch dazu bezieht sich die EU in ihren Stellungnahmen immer wieder auf die sogenannten "SAR-Werte". Diese beschreiben, wie viel Wärmeenergie biologisches Gewebe (etwa unser Körper) durch elektromagnetische Strahlung (etwa die Handystrahlung) aufnimmt. Doch die von der EU für diese Werte empfohlenen Obergrenzen nehmen keine Rücksicht auf die bereits erwähnte besondere Empfindlichkeit von Kindern gegenüber Handystrahlung und anderen Strahlungsarten, ebenso wenig wie auf gesundheitliche Wirkungen, die nicht durch Temperaturveränderungen ausgelöst werden. Wissenschaftlich nachgewiesen ist beispielsweise, dass der Kopf von Kindern doppelt so viel Handystrahlung aufnimmt wie der von Erwachsenen, in bestimmten Teilen des Gehirns sogar bis zu dreimal so viel (im Hippocampus und im Hypothalamus). Auch ihre Augen nehmen mehr Strahlung auf, genau wie ihr Knochenmark, das bis zu zehnmal so viel Strahlung aufnimmt wie das von Erwachsenen.

Sorgen Sie also selbst dafür, dass der Strahlenschutz Ihrer Kinder so hoch wie möglich ist, diese also so wenig direkten Kontakt zu Handystrahlung wie möglich haben. Zu beachten ist auch, dass Kinder ihre Eltern nachahmen. Schärfen Sie also den Blick auch auf die „Risiken und Nebenwirkungen“ der beliebten Funktechniken. Wir sollten uns trauen, unbequeme Fragen zu stellen, auch zum eigenen Medienkonsum, der auf Funk gestützt ist. Eltern, Pädagogen und Politiker sollten die Gefahren und Risiken erkennen, die eine zunehmend funkvernetzte, digitale Welt mit sich bringt, und unsere Kinder und nachfolgende Generationen davor schützen.


Strahlenschutz für Kinder – acht Tipps


  • Nutzen Sie kabelgebundene Techniken, egal ob zu Hause, in Kindergärten oder in Schulen (schnurgebundene Telefone, Kabelverbindung ins Internet statt WLAN etc.).

  • Finger weg von funkenden Spielsachen und Lerngeräten schon für die Kleinen.

  • Eingeschaltete Handys nicht in Kinderbetten oder Kinderwägen legen und auch nicht zu nah am Körper tragen (z.B. in der Hosentasche), denn mit zunehmender Körpernähe steigt auch die Menge an Handystrahlung, die Ihre Kinder abbekommen.

  • Informieren Sie sich über die Auswirkungen digitaler Geräte speziell auf Kinder und Jugendliche und achten Sie dabei auf unabhängige Quellen. Mehr dazu unter: www.bund.net/elektrosmog

  • Vereinbaren Sie zum Strahlenschutz Ihrer Kinder mit diesen feste Spiel- und Nutzungszeiten von digitalen Medien, an die sie sich halten müssen.

  • Sind Sie auf funkbasierte Geräte angewiesen, nutzen Sie solche mit Abschalttechnik und/oder senken Sie ihre Strahlungsleistung: deaktivieren Sie Funkverbindungen, wann immer möglich (Flugmodus bei Handys/ Tablet-PCs „ein“, WLAN- und Bluetooth-Optionen bei anderen Geräten „aus“).

  • Ermuntern Sie Kinder, die Natur zu erleben und draußen zu spielen. Siehe Umweltbildung in Bayern

  • Genießen Sie Ihre Freizeit mit den Kindern, ohne ständig über Handy oder Computer erreichbar zu sein.

Wir sind im Landkreis unterwegs ab 14.5 bis ca. 16.6

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