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25-Jahrfeier des Bundes Naturschutz (BN)

Im gut gefüllten Pfarrsaal von Baar begrüßte der Vorsitzende Josef Schweigard die Gäste zur Feier des 25-jährigen Bestehens der Bund Naturschutz Ortsgruppe Reichertshofen, Baar-Ebenhausen, Pörnbach. Er gedachte des im Mai verstorbenen Kreisvorsitzenden Ulrich Radons, dessen Nachfolger Max Kainz sich neben wichtigen Vertretern des BN und des Landesbundes für Vogelschutz eingefunden hatte.

Für seine 50jährige Mitgliedschaft wurde dem Heimat- und Trachtenverein „D’Schlossbergler“ aus Reichertshofen die goldene Ehrennadel verliehen, die Pius Kreitmaier, dem derzeitigen Vorstand, überreicht wurde. 1961 gab es weder Kreis- (seit 1976) noch Ortsgruppe (seit 1986). Der Trachtenverein war damals der Landesgruppe beigetreten.

Nach Schweigard ergriff der neue Kreisvorsitzende Kainz das Wort und würdigte die zahlreichen Aktivitäten der vergangenen 25 Jahre. Unter anderem hob er hervor, dass sich bei Forstwiesen auf Höger Flur das Zentrum des Widerstandes gegen die Agrogentechnik formierte, denn dort wurden von der staatlichen Landesanstalt für Landwirtschaft Weihenstephan genveränderte Mais- und Kartoffelsorten zur Probe angebaut. Es gab von 2003 bis 2009 zahlreiche Demonstrationen dagegen, bis der Versuchsanbau im Freien auf Druck der Bevölkerung eingestellt wurde. Um die Geduld der Gäste, die auf den Auftritt der Mehlprimeln warteten, nicht zu überfordern, verwies der Kreisvorsitzende auf die Dokumentation von Peter Bernhart in der Empfangshalle, die in der Pause besichtigt werden konnte. Dort war in Bild und Wort zu sehen, was die Gruppe in 25 Jahren in den Bereichen Biotop-Pflege, Artenschutz, Jugendaktivitäten, Energiewende und naturverträgliche Landwirtschaft unternommen hat.

Auch gefeiert wurde schon zweimal, zum 10-Jährigen mit dem Duo Kroyer-Kellerer, zum 20-Jährigen mit der Biermösl-Blosn. Diesmal kamen die ebenfallsbekannten „Mehlprimeln“, das Brüderpaar Reiner und Dietmar Panitz aus Kaisheim in Schwaben. Die Umwelt war schon ihr Thema, als sie vor 27 Jahren gegen Atomkraft in Gund-remmingen und Pfaffenhofen an der Zusam protestierten. Aus dieser Zeit stammt ihr Lied vom Sabinchen, dem Frauenzimmer, das einen Kernkraftingenieur heiratet – mit bedauerlicher Weise tödlichem Ausgang. Das jetzige Programm hat einen anderen Schwerpunkt, nämlich das Altern der Gesellschaft mit grotesken Auswirkungen. Reiner Panitz blickt ins Publikum und konstatiert ein erhebliches Durchschnittsalter. Wo bleibt die Jugend? Dann schaut er seinen Bruder an und gibt selbstkritisch zu, den Zenit ihres Wirkens schon deutlich überschritten zu haben. Aber keine Bange, die Alten von heute sind nicht von gestern, sie bestimmen die Trends. Sie brausen auf heißen Öfen in die Kurven und halten sich eine Hand vor den Mund, dass das Gebiss nicht wegfliegt. Sie radeln und joggen, was das Zeug hält und „wollen noch als Leichen das goldene Sportabzeichen“. Statt sich zuhause aufs Altenteil zu setzen, nehmen sie in den Hörsälen der Hochschulen den Jungen die Sitzplätze weg, weil sie immer schon eher da sind. Und dann lauschen sie den Professoren, „die wie bisher aus dem Jenseits  unterrichten“. Ins Altersheim? Nicht mit denen! Die Mehlprimeln rechnen es glaubhaft vor: Der dauerhafte Aufenthalt auf dem Kreuzfahrtschiff „Aida“ inclusive kostenloser Betreuung durch Stewarts und den Bordarzt ist bei weitem luxuriöser und um etwa  30 Prozent kostengünstiger. Die Seebestattung spart weitere Kosten. Wo bleibt da die Jugend? Um im Alterswahn mithalten zu können, empfehlen die Witzbolde, sich beim Gesichtschirurgen Altersfalten verpassen zu lassen. In zahlreichen Gedichten, Liedern und Kurzgeschichten wird der Wahnwitz der heutigen Gesellschaft parodiert. Die Verkehrsmittel Bahn und Auto ernten Spott und Häme. Die Klimaerwärmung schreitet fort, lässt aber in den ehelichen Schlafzimmern auf sich warten. Dem Eisbären im arktischen Meer ist es viel zu warm, „er istk. o. und will nur noch eins, in den Zoo.“ Die Brüder wurden nach lautstarkem Beifall und zwei Zugaben verabschiedet.

Josef Schweigard machte noch auf zwei Veranstaltungen aufmerksam, die Demonstration gegen Patente auf Leben vor dem Europäischen Patentamt am 26. Oktober um 10.00 Uhr in München und die Großdemonstration gegen die Erweiterung des Flughafens am 29. Oktober um 10 Uhr auf dem Münchner Marienplatz. Die Abfahrtszeiten für Gruppenfahrten mit der Bahn werden noch bekanntgegeben.