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OG Wolnzach / Rohrbach

Wildbienenzählung 2024

Deutlicher Zuwachs der Malvenlanghornbiene am Windsberg

Hoffnungsschimmer im Artenschutz: Die Population der seltenen Malvenlanghornbiene rund um den Windsberg bei Freinhausen, einem Ortsteil von Hohenwart, ist wieder gestiegen. 685 Bienen konnten die ehrenamtlichen Bienenzähler des Bund Naturschutzes (BN) dort zählen, was nach einem Einbruch in den vergangenen zwei Jahren wieder ein deutlicher Anstieg ist. An der Population der Ochsenzungensandbiene hat sich hingegen wenig verändert, wie der BN mitteilte.

„Die feuchte Witterung hat dieser Bienenart gut getan“, freut sich Bettina Markl, Vorsitzende der BN-Ortsgruppe Reichertshofen/Baar-Ebenhausen/Pörnbach über den Zuwachs bei den Malvenlanghornbienen. Eigentlich galt die Population bis 2009 als ausgestorben, ehe sie ein Münchner Insektenforscher rund um den Windsberg wiederentdeckte. Bei Freinhausen handle es sich deutschlandweit um den einzigen Ort, an dem die Population systematisch erfasst wird, nämlich seit 2010. Bis auf die vergangenen zwei Jahre konnte die Ortsgruppe Rekordmeldungen verkünden. 2021 zählten die Helfer an den Stichtagen 1153 Bienen, dann folgte ein Einbruch. Während 2022 insgesamt 392 Bienen gesichtet wurden, waren es 2023 sogar nur noch 255. Im Jahr 2024 sind es nun wieder 685 Bienen.

38 Ochsenzungensandbienen gesichtet

Bei der zweiten seltenen Bienenart am Windsberg gibt es keinen so deutlichen Aufschwung. Die Ochsenzungensandbiene wurde 2018 vom Wildbienenexperten Erwin Scheuchl entdeckt und seitdem ebenso systematisch gezählt. Nach den Erfolgen der ersten Jahre erfuhr sie im Jahr 2023 einen Einbruch von 109 (2022) auf nur mehr 35 im Jahr darauf. „Immerhin haben wir in diesem Jahr wieder drei Ochsenzungensandbienen mehr, also 38 Individuen, gesichtet“, sagt Markl, die sich zuversichtlich zeigt. Gründe für die Einbrüche seien noch nicht zu identifizieren. „Darüber lässt sich nur spekulieren“, sagt Markl, „Der Erhalt und die Verbreitung der Futterpflanze, die gemeine Ochsenzunge, ist auch für diese Bienenart überlebenswichtig“. Mit den aktiven Landwirten und der Gemeinde Hohenwart sei die Ortsgruppe in gutem Austausch um gemeinsam das Überleben der Arten zu sichern.

Hoch spezialisierte Bienen

Die beiden Bienenarten seien jeweils hoch spezialisiert und nach ihren Futterpflanzen benannt. Die Ortsgruppe zählt die Bienen nicht nur, sondern schützt auch seit 2015 die Futterpflanzen durch das Markieren mit Pflöcken an den Straßenböschungen, sodass die Pflanzen nicht vor der Blüte abgemäht werden und sich ausbreiten konnten. Außerdem beobachte der BN die Auswirkungen von Veränderungen, wie beispielsweise der Klimawandel auf die Bienen. Beide Bienenarten sind Sandbienen, die ihre Bruthöhlen in den Boden der Paartaler Sanddünen graben. Die Brutstätten seien sehr stark von der Witterung abhängig. „Wir hoffen, dass die Starkregenereignisse die Höhlen nicht zerstört haben oder noch werden“, sagt Bettina Markl. Für sie sind beide Wildbienenarten „kleine Schätze für Bayern“. Gemäß Beobachtungen der Naturschützer haben sich die Wildbienenarten bereits auf weitere Flächen ausgebreitet, die nicht im Naturschutzgebiet liegen, sondern sich breit über die Gemeindeflächen ziehen.

Die Dokumentation der Wildbienenzählung finden Sie in den folgenden Dokumenten:

Dokumentation der Beobachtung der Malven-Langhornbiene

Dokumentation der Beobachtung der Ochsenzungensandbiene