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Wieder unglaublich viele Malven-Langhornbienen am Windsberg 2020

 

Die Bienenzähler am Windsberg bei Freinhausen freuen sich, denn noch nie konnten sie so viele "Malabi" (Malven-Landhornbienen) finden wie im vergangenen Sommer. Männchen und Weibchen waren nur 37 Tage unterwegs, 10 Tage weniger als im Vorjahr. Die emsigen Bienenweibchen ernten Pollen und Nektar der Rosa Malven, die Nahrung für die Larven, die bald nach der Eiablage schlüpfen. Heuer wurden sage und schreibe 991 Exemplare gezählt, 410 mehr als im Vorjahr. Der Sommer war nicht so heiß wie der vergangene; es regnete öfter. Dies mag den Malvenpflanzen genützt haben, so dass bei sehr gutem Nahrungsangebot das Brutgeschäft so zügig vonstatten ging.

Die Gruppe der sieben Zähler gehört zur Ortsgruppe Reichertshofen, Baar-Ebenhausen und Pörnbach des Bundes Naturschutz (BN). Die jährliche Zählung erfolgte zum elften Mal seit 2010, jeweils jeden vierten Tag in der Flugsaison. Seit Josef Schweigard, der damalige BN-Vorsitzende, die Idee hatte, die noch grünen Malven-Pflänzchen durch Pfähle vor dem Abmähen zu schützen, vermehrten sich Malven und Malven-Bienen sprunghaft. Heuer waren ca. 120 Pflöcke eingeschlagen und mit Schildchen versehen worden, um Spaziergängern den Zweck zu erklären.

Schon 2019 war eine Sensation zu vermelden. Die "Malabi" beflogen erstmals Areale außerhalb des Windsbergs und zwar nahe der Staatsstraße Nr. 2048, die zur nördlichen Landkreisgrenze führt. Dazu noch auf Schlägen unter Vertrags-Naturschutz nahe der Oase Steinerskirchen. Dies blieb auch 2020 so. In den neu beflogenen Gebieten fanden sich 382 "Malabi", mehr als halb so viele im Vergleich zum "Heimatrevier" Windsberg.

Wie schon in den früheren Berichten erwähnt, kommt die Malabi auch noch an vier weiteren Standorten in Deutschland vor. Die Anfrage bei einem befreundeten Biologen in Sachsen-Anhalt lautete: Heuer keine Beobachtung. Am Kyffhäuser verlief die Suche von Zähler Peter Bernhart ebenfalls ergebnislos. Sterben dort die Populationen aus? Das wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Erfreuliche Antworten dagegen kamen vom Griesheimer Sand bei Darmstadt und vom Kaiserstuhl in Baden. Dort sind ehrenamtliche Naturfreunde mit der Kamera unterwegs. Systematische Zählungen gibt es allerdings deutschlandweit nur an einem Ort, am Windsberg und in dessen Umgebung.

Wer mehr über die Wildbienen am Windsberg wissen will, kann sich in der Geschäftsstelle der Unteren Naturschutzbehörde Poststraße 3 in Pfaffenhofen eine bebilderte Broschüre kostenlos abholen.

Große Freude, gestern erreichte mich eine E-mail vom Naturpark Kyffhäuser. Dort fanden die Mitarbeiter Michael Köhler und Katharina Günther der der Verwaltung NNL bei einer zweiten Suche die Malabi doch noch und sandten mir Fotos. Somit ist meine Befürchtung, es gäbe dort keine Exemplare mehr, zum Glück nicht eingetreten. Es gibt also Nachweise von dort, vom Kaiserstuhl, Griesheimer Sand und Windsberg.

Für Sachsen-Anhalt leider lt. Mitteilung der Dipl. Biologen Creutzburg und Christian Koppitz keine, weder aus Beobachtung im Feld noch aus den Fängen der zahlreichen dortigen Insektenfallen.

 

Reichertshofen-Hög, 3.10.20

Peter Bernhart